Forex - Carry Trades

Der Begriff "Carry Trade" im Forex Handel ist durch Pressemitteilungen der letzten Jahre häufig ins Gespräch gekommen. Bei einem Carry Trade besorgt sich der Forex Trader Geld in einem Land mit niedrigen Zinsen, in der Vergangenheit war das meist Japan. Dann legt man dieses Geld in Währungen mit hohen Zinsen an und profitiert von der Differenz. Dabei geht man allerdings auch ein Währungsrisiko ein.

Carry Trades können einen massiven Einfluß auf den Kursverlauf einer Währung haben, besonders deutlich ist dies im japanischen Yen geworden.


Beispiel

Betrachten wir als Beispiel mal das Währungspaar USD/JPY. Zur Erinnerung: Wenn sie dieses Paar kaufen, dann kaufen Sie US Dollar (USD) und verkaufen japanische Yen (JPY). Anders gesagt, Sie sind dann long USD und short JPY. Die Zinsen in Japan betragen derzeit 0,25%, in USA 5,25% - es besteht also eine Differenz von 5,0%.

Wenn Sie nun dieses Paar kaufen, dann erhalten Sie Zinsen aus dem USD long und bezahlen Zinsen für den JPY Short. Idealerweise würden sie also 5,0% p.a. verdienen an diesem Geschäft. Retail Forex Broker geben allerdings meist nicht die ganze Differenz an Sie weiter, aber zur Vereinfachung der Berechnung nehmen wir das hier mal an.

Was passiert nun, wenn Sie short USDJPY sind, also USD Dollar verkauft und JPY gekauft haben? Die Antwort ist, dass Sie in diesem Fall Zinsen bezahlen müssen! Auf der Homepage Ihres Brokers finden Sie meist eine Tabelle, in der für alle Währungspaare die zu bezahlenden oder die ausgezahlten Zinsdifferenzen auf geführt sind.

Wenn eine Währungsposition über Nacht gehalten wird, so schliesst der Broker diese automatisch am Ende des Tradingtages und eröffnet sie sofort neu. Dieser Vorgang wird als "roll over" bezeichnet. Zu diesem Zeitpunkt werden dann auch die Zinsen Ihrem Konto gut geschrieben oder abgezogen.