Short sells

In den USA und seit einer Weile auch in Deutschland ist es durch das sogenannten "Shorten" (auch Leerverkauf genannt) möglich, an fallenden Aktienkursen zu verdienen. Lassen Sie uns ein Beispiel betrachten, um dieses Konzept zu erläutern:

  1. Der Trader leiht sich die gewünschten Aktien bei seinem Broker aus und verkauft sie zum aktuellen Marktpreis.
    Beispiel:  100 MSFT  (Microsoft Corp.) zu $136.5 per Stück.

  2. Wenn der Verkauf ausgeführt wurde, so erhält er eine Gutschrift in Höhe des Verkaufspreises, in unserem Beispiel also $100 * 136 = $13.650,00$.

  3. Die geliehenen Aktien müssen dem Broker aber zurückgegeben werden. Wenn die Kurse von MSFT nun fallen, so kauft der Trader sie zum Beispiel für $134.87 am Markt und gibt sie seinem Broker zurück.
    Im Beispiel:  Kauf 100 MSFT zu $134.87 = $13.487,00 Kosten
    Dies ergibt einen Gewinn von $13.650,00 - $13.487,00 = $163 abzüglich Gebühren.


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leerverkauf

Zu Beachten:

  • Das Ausleihen und Zurückgeben der Aktien geschieht bei den modernen Internetbrokern "unsichtbar" für den Benutzer, er gibt einfach beim anfänglichen verkauf statt "sell" ein "short sell" an.

  • Theoretisch entsteht für den Trader beim Shorten ein unlimitiertes Risiko, da er die geliehenen Aktien in jedem Fall wieder zurückgeben muss, d.h. sie zurückkaufen muss, egal zu welchem Preis.
    Das Gewinnpotential hingegen ist begrenzt, da der Preis der Aktie maximal auf $0 fallen kann.
    Trotz dieses auf den ersten Blick negativen Verlust-/Gewinnverhältnisses bietet das Leerverkaufen von Aktien oft eine attraktive Gewinnmöglichkeit, da Bewegungen von Aktien nach unten oft heftiger und schneller erfolgen als nach oben.

  • Der short sell ist allerdings nicht für alle Aktien möglich, je nach Broker existieren verschiedene Limitierungen, zum Beispiel können Aktien unter $5 meist nicht geshortet werden.

  • Das Shorten von US Neuemissionen (IPO) ist generell für 30 Tage nach Neueinführung untersagt.

  • Zum Shorten braucht man einen Margin Account (mit Kredit)

  • Nach dem "Securities and Exchange Act" von 1934 dürfen die Direktoren und Aufsichtsratmitglieder Aktien ihrer eigenen Firma nicht leerverkaufen.

  • Wegen der Bankenkrise 2008 und der Eurokrise im Jahr 2011 wurden auch die Aktien einzelner Firmen oder ganzer Branchen auf die Leerverkauf Verbotsliste gesetzt.