Interview mit Kroum "Koko" Petkov


Koko Petkov

Vor einiger Zeit hat der Fernsehsender N24 eine Reportage zum Thema Daytrading gesendet. Darin wurden drei Daytrader portraitiert: Birger Schäfermeier, Carsten Umland und Kroum "Koko" Petkov. Nachdem ich Koko auf der World Of Trading Messe 2013 getroffen habe, kamen wir auf die Idee mit diesem Interview. Besonders interessant fand ich natürlich die Frage, wie es nach der Reportage mit seinem Trading weitergegangen ist.



Koko, die N24 Reportage zum Thema Daytrading, in der Du, Carsten Umland und Birger Schäfermier portraitiert worden sind, ist ja nun schon eine ganze Weile her. Was hat sich bei dir denn seit damals geändert?>

Seitdem der Film im Jahr 2010 gedreht wurde hat sich bei mir fast alles verändert. Die größte Veränderung ist, dass ich jetzt profitabel an der Börse bin und davon leben kann. Natürlich kam diese Veränderung nicht aus dem Nichts. Ich musste viele Bereiche meines Lebens analysieren und verändern, bis ich es wirklich verstanden habe, dass ich an der Börse nur so gut sein kein, wie es mir meine größte Schwäche erlaubt hat (das schwächste Glied in der Kette). Also habe ich angefangen an jedem Bereich meines Lebens zu arbeiten und versucht alles besser zu machen.

Nun sind wir neugierig, wie lief denn das Coaching bei Birger ab? Wie kann man sich sowas vorstellen?

Es lief großartig. Birger Schäfermeier hat mir sehr viel von seinem Wissen beigebracht und darüber hinaus. Darüber hinaus, weil er es geschafft hat mir immer kleine Anhaltspunkte zu geben, um nachzudenken. Das hat mich dazu gebracht sein Wissen weiterzuentwickeln und für meine Persönlichkeit anzupassen, was die Aufgabe jedes Coaches sein sollte. Dem Coachingschüler die Möglichkeit zu geben, seinen eigenen Weg zu finden, ist viel mehr wert, als ihm das eigene Wissen aufzuzwingen.
Mein Coaching bei Birger Schäfermeier kann man sich so vorstellen: Ich habe am Anfang über Jahre alle Trading Seminare von ihm besucht, um mich weiterzuentwickeln. Ich habe mich mit Birger und seinen damaligen Partner Karsten Hagenhoff, der leider schon verstorben ist, super verstanden und so konnte ich mich nach kurzer Zeit mich in ihre Firma einmieten. Also war ich mitten drin und hatte alle Voraussetzungen, ein profitabler Trader zu werden. Nur trotz aller Voraussetzungen war der Weg nicht so einfach wie es aussieht.

Wie kam das denn, dass Du nun profitabel bist? Was war der Auslöser, was hast Du an deinem Trading geändert seit damals und was waren deine Hauptfehler?

Meine Hauptfehler war ständig mein Tageslosslimit nicht einzuhalten und mit dem Markt kämpfen, um meine Verluste wiederzuholen. Jetzt bin ich immer mit dem Markt unterwegs, habe es verstanden seine Sprache zu verstehen und höre aufmerksam zu, was er mir zu sagen hat. Manchmal sagt er mir, dass ich vorsichtiger agieren soll, manchmal, dass ich Vollgas geben kann.

Soviel ich weiß handelst Du ja Futures, welche Märkte magst Du denn am liebsten und welche beobachtest Du?

Mein Lieblingmarkt ist der S&P500 mini, ich handle den sehr gerne und auch sehr erfolgreich, beobachte allerdings noch den Dax den Eurostoxx den EuroFX und den Bund Future.

Beschreibe doch mal deinen typischen Trading Tag, wie läuft der bei dir ab? Wie viel Zeit verwendest Du auf Vor- und Nacharbeiten, wie viel für das eigentliche Trading?

Für die Vorbereitung nehme ich mir 30 min Zeit, habe allerdings am Anfang meiner Tradingkarriere 1-2 Stunden gebraucht. Getradet wird meistens 6 Stunden am Tag, drei Vormittags und drei Nachmittags, aber auch oft alle sechs Stunden am Nachmittag. Ich entwickle mich langsam zu einem puren S&P Trader, was mir gut gefällt. Für die Nachbereitung brauche ich 30-60 min. Man sollte hier auf keinen Fall denken, dass ich einen sechs Stunden Arbeitstag habe. Ich behaupte, dass ich einen 24 Stunden Arbeitstag habe, da ich für das Traden lebe. Wenn ich alles, was ich fürs Traden mache, hier erwähnen würde, dann wäre der Rahmen dieses Interviews gesprengt.

Hast Du feste Setups, die Du immer wieder verwendest? Und wenn ja, wie viele sind das?

Ich handle fünf Hauptsetups und viele Untersetups, die an meinen Hauptsetups anknüpfen. Mein Lieblingssetup ist die Eröffnungsstrategie.

Möchtest Du vielleicht ein oder zwei deiner Lieblings Setups mit unseren Lesern teilen?

Gerne, es gibt dazu YouTube Videos: Die Momentumsstrategie ist eine meiner Lieblingsstrategien und wie schon erwähnt die Eröffnungsstrategie.

Wie viel riskierst Du denn maximal pro Trade?

0,5-1% meines Kontos. Hinter diese kurze Antwort stecken sehr viele Erfahrungen und Schmerzen an der Börse. Über das Risiko an der Börse kann man mehrere Bücher schreiben und selbst dann wäre nicht alles darüber gesagt worden.

Wenn wir schon gerade beim Thema Risikomanagement sind, wie ist deine Stopp Loss Strategie? Verwendest Du Trailing Stopps?

Meine Stopps versuche ich immer so schnell wie möglich nachzuziehen, bis ich mein Risiko abgesichert habe, danach lasse ich meinem Trade mehr Platz zum atmen und ziehe die Stopps defensiver nach und erlaube mir dadurch Trades lange laufen zu lassen und größere Gewinne als der Durchschnitt einzukassieren. Natürlich habe ich feste Regeln, um mein Stopp nicht zu schnell auf Einstand nachzuziehen, denn dieser Fehler kostet meistens viel Geld.

Ich habe gesehen, dass Du Seminare für Einsteiger und Fortgeschrittene anbietest und viel auf YouTube mit Trading Videos aktiv bist. Was können denn die Teilnehmer deiner Seminare erwarten, was unterscheidet diese von anderen Anbietern?

Ich habe viele Seminare besucht und mir vieles von verschiedene Referenten und Motivationscoaches abgeguckt. Ich hatte immer eine Idee, wie man die Seminare besser machen kann, damit die Teilnehmer das Gelehrte besser im Kopf behalten. Also habe ich mich hingesetzt und ein Seminar entwickelt, dass komplett meinen Vorstellungen entspricht und den Teilnehmern das Maximum an Wissen vermittelt. Zum Beispiel habe ich mir gedacht, dass ich in der Zeit des Seminars (5 Tage) soviel Wissen wie möglich an meinen Teilnehmer geben möchte, also habe ich anstatt eine 30-40 Stunden Seminarwoche, wie man es meistens gewohnt ist, eine 70 Stunden Seminarwoche daraus gemacht. Viele haben sich gefragt, ob man sich über soviele Stunden am Tag konzentrieren kann und deswegen habe ich auch für genug Ausgleich zum Traden gesorgt, und gebe den Teilnehmern auch sehr viel von mir privat her, was die wenigsten Referenten so praktizieren. Ich sehe nicht in jedem Seminarteilnehmer einen Kunden, der mich für eine bestimmte Dienstleistung bezahlt. Ich sehe jeden einzelnen als mein Freund, den ich unbedingt auf seinem Weg zum Profitrader oder erfolgreiche Persönlichkeit helfen möchte. In den Seminaren herrscht eine freundliche Stimmung und die kleine Gruppe ist ständig motiviert, sich gegenseitig zu unterstützen. Viele der Teilnehmer sehen diese Seminarwoche nicht als Arbeit, sondern als Urlaub verbunden mit dem Erfolgsgefühl, etwas neues zu lernen und sich ein Stück besser kennenzulernen.

Wenn Du einem Daytrading Anfänger nur einen Tipp geben dürftest, welcher wäre das dann?

Sich ausbilden zu lassen, bevor er mit echtem Geld an der Börse tradet. Die Ausbildung ist immer günstiger als die Börsenverluste, die man macht, wenn man unvorbereitet an die Märkte geht.

Und zum Schluß muss ich dich doch nach dem Twingo aus der Reportage fragen, bist Du wirklich damit rumgefahren?

Ja, ich bin wirklich damit rumgefahren, allerdings nur für die Filmaufnahnem. Der Twingo war genauso geliehen wie auch der Ferrari. Auch wenn das Grobe an der im Film vermittelte Geschichte gestimmt hat, gab es auch vieles, was einfach angepasst wurde, damit der Film interessanter wird. Ich habe in dem Film mitgespielt, um anderen Trader zu helfen, sie dazu zu bewegen es schlauer anzugehen als ich es am Anfang getan habe. Zu diesem Zeitpunkt habe ich keinen Gedanken daran verschwendet Seminare zu geben oder Werbung mit dem Film für mich oder andere zu machen. Ich wollte mein Wissen nur für mich behalten, bis ich verstanden habe, dass das Wissen geteilt werden muss. Dass sich das Wissen durch das Weitergeben vermehrt und nicht verringert.
Ich bin sehr froh diese Entscheidung getroffen zu haben und freue mich auf weitere interessante Begegnungen und Trader, die ich unterstützen werde, besser zu werden.

Koko, vielen Dank für dieses Kurzinterview.

Ich hab zu danken und wünsche jedem Leser viel Erfolg und gute Trades!

Lesen Sie, wie Breakout Strategien funktionieren.




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